Übersichtsartikel über Opioid-induzierte Obstipation

Gastrointestinale Nebenwirkungen betreffen fast ein Fünftel der Patienten, die mit einem Opioid behandelt werden. Eine aktuelle Übersicht aus unserer Arbeittsgruppe widmet sich den therapeutischen Möglichkeiten bei opioid-induzierter Obstipation.1

Die Schmerztherapie ist häufig mit gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden. Während Opioide wirksame Medikamente zur Schmerzlinderung sind, schwankt die Inzidenz der opioidinduzierten Obstipation (opioid induced constipation, OIC) stark zwischen 15% und bis zu 81%. Dies kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, was häufig den Abbruch der Opioidtherapie zur Folge hat. In diesem Zusammenhang ist eine gute Arzt-Patienten-Beziehung bei der Einleitung einer Opioidtherapie besonders wichtig. Neben einer detaillierten Anamnese der Stuhlgewohnheiten ist die Aufklärung der Patienten über mögliche gastrointestinale Nebenwirkungen der Medikamente von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus muss die Darmfunktion während der gesamten Dauer der Behandlung mit Opioiden regelmässig beurteilt werden. Wenn der Patient darüber hinaus eine vorher bestehende Verstopfung hat, die gut unter Kontrolle ist, ist die Fortsetzung der Behandlung wichtig. Liegt eine solche Vorgeschichte nicht vor, sollten die allgemeinen Empfehlungen eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, körperliche Aktivität und die regelmäßige Einnahme von Ballaststoffen beinhalten. Bei OIC-Patienten mit laufender Opioidtherapie sollte die Notwendigkeit der Opioideinnahme im Hinblick auf eine akzeptable Lebensqualität kritisch neu bewertet werden, insbesondere in Fällen von nicht krebsbedingten Schmerzen. Wenn die Opioideinnahme fortgesetzt werden muss, kann eine Senkung der Dosis ebenso hilfreich sein wie eine Änderung des Opioidtyps. Wenn diese Massnahmen nicht ausreichen, ist der nächste Schritt bei persistierender OIC die Verabreichung von Abführmitteln. Wenn auch diese nicht wirksam sind, sollte eine Behandlung mit peripher aktiven μ-Opioidrezeptorantagonisten in Betracht gezogen werden. Einläufe und Spülungen sind Notfallmaßnahmen, die oft als letztes Mittel eingesetzt werden.

1.
Lang-Illievich K, Bornemann-Cimenti H. Opioid-induced constipation: a narrative review of therapeutic options in clinical management. Korean J Pain. 2019;32(2):69-78. doi:10.3344/kjp.2019.32.2.69

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