Wetterveränderung, Kälteschmerzschwellen und Fibromyaglie

Patienten berichten oft über verstärkte Schmerzen bei Veränderungen der Umgebungstemperatur; im Winter sogar über eine extreme Temperaturempfindlichkeit. Die Rolle der Temperatur bei Fibromyalgie-Schmerzen wurde bisher nicht systematisch untersucht. Das Ziel dieser Studie war es, die Einflüsse der Temperatur auf den Schmerz bei FMS anhand von meteorologischen und quantitativen sensorischen Tests (QST) zu überprüfen.1

Eine systamtische Literatursuche wurde durchgeführt. Ausschlusskriterien waren: Alter <18, Tierstudien, nicht-englische und nicht-kontrollierte Artikel. Dreizehn Studien zu Umgebungstemperatur und FMS-Schmerz wurden identifiziert; 9 davon fanden keinen einheitlichen Zusammenhang. Fünfunddreißig QST-Studien wurden identifiziert, von denen 17 die Kälteschwellen (CPTs) bewerteten. Alle Studien zeigten numerisch reduzierte CPTs bei Patienten; dies war in 14/17 Studien statistisch signifikant. Andere thermische Schwellenwerte waren oft abnormal.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Literatur konsistente Beweise für eine abnormale Sensibilisierung des Temperaturempfindens von FMS-Patienten liefert. Zusätzliche Arbeit ist erforderlich, um die Faktoren zu klären, die bestimmen, warum eine Untergruppe von Patienten niedrige Umgebungstemperaturen als schmerzhaft empfindet, und um diese Gruppe zu charakterisieren. Das Verständnis dieses Phänomens kann Klinikern dabei helfen, Patienten zu beraten, und kann die Forschung zu den alltäglichen Auswirkungen einer solchen Überempfindlichkeit leiten, während zukünftige Arbeiten zur Pathophysiologie des FMS geleitet werden.

1.
Berwick RJ, Siew S, Andersson DA, Marshall A, Goebel A. A Systematic Review into the Influence of Temperature on Fibromyalgia Pain: Meteorological Studies and Quantitative Sensory Testing. The Journal of Pain. Published online January 2021. doi:10.1016/j.jpain.2020.12.005

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