Wirtschaftliche Dimension von opioidinduzierter Atemdepression

Episoden von Atemdepression sind auf der allgemeinen Pflegestation sehr häufig und treten bei bis zu 46 % der Patienten auf. Es handelt sich dabei nicht um ein harmloses Geschehen, sondern kann mit einer Reihe von unerwünschten Ereignissen verbunden sein. Opioid-induzierte Atemdepression ist eine häufige Variante, die mit erheblicher Morbidität und Mortalität verbunden ist.

Die klinische und wirtschaftliche Auswirkung der Atemdepression ist jedoch nicht gut beschrieben. In der Studie „PRediction of Opioid-induced respiratory Depression In patients monitored by capnoGraphY (PRODIGY)“ wurde ein Vorhersagetool entwickelt, um Patienten mit dem Risiko einer Atemdepression zu identifizieren. Der Zweck dieser retrospektiven Subanalyse war es, die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und die Krankenhauskosten im Zusammenhang mit Atemdepression zu untersuchen.1

Patienten mit ≥1 Atemdepressionsepisode hatten eine längere Aufenthaltsdauer (6,4 ± 7,8 Tage vs. 5,0 ± 4,3 Tage, p = 0,009) und höhere Krankenhauskosten ($21.892 ± $11.540 vs. $18.206 ± $10.864, p = 0,002) im Vergleich zu Patienten ohne Atemdepression. Patienten mit hohem Risiko für eine Atemdepression, bestimmt mit dem PRODIGY-Risikovorhersage-Tool, die ≥1 Atemdepressionsepisode hatten, hatten höhere Krankenhauskosten im Vergleich zu Hochrisikopatienten ohne Atemdepression ($21.948 ± $9128 vs. $18.474 ± $9767, p = 0,0495). Die gewichtete Analyse ergab 17% höhere Kosten für Patienten mit ≥1 Atemdepressionsepisode (p = 0,007). Die Aufenthaltsdauer erhöhte die Gesamtkosten signifikant, wobei die Kosten für Patienten mit ≥1 Atemdepressionsepisode mit zunehmender Aufenthaltsdauer exponentiell anstiegen.

Die US-Daten können natürlich nur eingeschränt auf deutschsprachige Gesundheitssyteme übertragen werden. Trotzdem zeigt diese Studie deutlich, dass Opioid-induzierte Atemdepression ein hochrelevantes Thema ist, dass bisher klinisch zu wenig bedeutung erfahren hat.

1.
Khanna AK, Saager L, Bergese SD, et al. Opioid-induced respiratory depression increases hospital costs and length of stay in patients recovering on the general care floor. BMC Anesthesiol. 2021;21(1). doi:10.1186/s12871-021-01307-8

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