Chronische postoperative Schmerzen nach einem totalen Gelenkersatz sind ein erhebliches klinisches Problem, und schlechter Schlaf kann sich auf prädiktive Faktoren für postoperative Schmerzen auswirken, z. B. auf die Schmerzkatastrophisierung. Das Ausmaß dieser Zusammenhänge ist jedoch derzeit unbekannt. Diese explorative Studie untersuchte (1) die Beziehung zwischen präoperativer Schlafqualität, klinischer Schmerzintensität, Schmerzkatastrophisierung, Angst und Depression und (2) ihre Zusammenhänge mit chronischen postoperativen Schmerzen nach Gelenkersatz.

Diese Sekundäranalyse einer größeren randomisierten kontrollierten Studie umfasste die Daten von 74 Knie- und 89 Hüftarthrose-Patienten, bei denen eine Arthroplastie geplant war, zur Intensität des Ruheschmerzes (präoperativ und 12 Monate postoperativ; visuelle Analogskala, VAS), zum präoperativen Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI), zur Schmerzkatastrophenskala (PCS) und zur Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS). Schlecht-Schläfer wurden anhand von präoperativen PSQI-Werten über 5 identifiziert.

Schlechte Schläfer wiesen im Vergleich zu guten Schläfern höhere präoperative VAS, Schmerzkatastrophisierung, Angst und Depression auf. Präoperativer PSQI, PCS und Angstzustände  waren unabhängige Faktoren für die präoperative VAS. Die präoperative VAS, aber nicht die präoperative Schlafqualität (β = -0,06, p = 0,5), war ein unabhängiger Faktor für die postoperative VAS.

Die OA-Patienten, die über eine schlechte präoperative Schlafqualität berichteten, zeigten höhere präoperative Schmerzen, Schmerzkatastrophisierung, Angst und Depression. Eine hohe präoperative Schmerzintensität, nicht aber eine schlechte Schlafqualität, war mit einer höheren chronischen postoperativen Schmerzintensität verbunden. Zukünftige Studien sollten den Zusammenhang zwischen Schlaf und chronischen postoperativen Schmerzen untersuchen.

 

10.1177/20494637211005803

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