Die palliative Sedierung (PS) ist eine wirksame Maßnahme zur Linderung refraktärer Symptome bei Patienten am Lebensende. Dieser Eingriff kann zu Hause durchgeführt werden, wobei die Entscheidungen der Patienten und ihrer Familien respektiert werden. Unsere Arbeitsgruppe führte ein Scoping Review durch, um die verfügbare Evidenz in der Literatur über die Durchführung der PS zu Hause zu erfassen.

Diese Übersichtsarbeit umfasste 23 Studien. Die meisten wurden in europäischen Ländern mit erwachsenen Krebspatienten durchgeführt. Patienten, Familienangehörige und Gesundheitsdienstleister waren an der Entscheidungsfindung über den Einsatz von PS zu Hause beteiligt. PS wurde in erster Linie zur Behandlung refraktärer Symptome (Schmerzen, Delirium, Dyspnoe und andere) eingesetzt, und in einer der Studien wurde PS als mögliche lebensverkürzende Maßnahme erwähnt. Das am häufigsten verwendete Medikament war Midazolam, und die durchschnittliche Dauer reichte von 4 Stunden bis zu 7 Tagen. Es gibt nur wenige Berichte über unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit PS. Diese Intervention scheint eine praktikable Möglichkeit für die Behandlung refraktärer Symptome bei Patienten am Lebensende zu sein, auch wenn sie für Gesundheitsdienstleister, Patienten und Familien eine besondere Herausforderung darstellen kann. Allerdings gibt es nur wenig Literatur über PS bei Kindern und bei Menschen mit anderen Krankheiten als Krebs sowie über die Bewertung möglicher unerwünschter Wirkungen dieser Intervention. Darüber hinaus ist eine breite ethische, klinische und rechtliche Debatte darüber erforderlich, ob der Einsatz von PS zum Zwecke der Lebensverkürzung in bestimmten Fällen in Betracht gezogen werden sollte.

References

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