Palmitoylethanolamid (PEA) wird als „diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke“ vermarktet. Sein breites Spektrum an analgetischen, entzündungshemmenden und neuroprotektiven Wirkungen macht PEA zu einer interessanten Substanz für die Schmerzbehandlung. Die zugrundeliegenden analgetischen Mechanismen sind jedoch noch nicht am Menschen untersucht worden. Ziel dieser Studie  unserer eigenen Arbeitsgruppe war es, ein tieferes Verständnis der beteiligten Mechanismen zu erlangen, was für die Differenzierung von Therapieansätzen und die Etablierung von mechanismusbasierten Therapieansätzen unerlässlich ist.

In diese randomisierte, placebokontrollierte, doppelt verblindete Crossover-Studie wurden 14 gesunde Freiwillige eingeschlossen. PEA (3 × 400 mg pro Tag) oder Placebo wurden 4 Wochen lang eingenommen. In unserer Studie wurde die Wirkungsweise von PEA anhand eines etablierten Schmerzmodells, der „Repetitiven phasischen Wärmeanwendung“, untersucht, das sich gut für die Untersuchung analgetischer und antihyperalgetischer Effekte bei gesunden Probanden eignet. Es wurden Parameter für die periphere und zentrale Sensibilisierung sowie für die Schmerzmodulation bewertet. Nach der PEA-Behandlung wurde der repetitive Hitzeschmerz signifikant verringert und die Kälteschmerz-Toleranz signifikant verlängert. Die Druckschmerztoleranz und die konditionierte Schmerzmodulation waren nach der PEA-Behandlung erhöht. Das Aufziehverhältnis und die durchschnittliche Distanz der Allodynie wurden nach der PEA-Behandlung signifikant verringert. Die Hitzeschmerztoleranz war nach der PEA-Behandlung signifikant höher. Die vorliegende Studie hat gezeigt, dass PEA klinisch relevante analgetische Eigenschaften besitzt, die sowohl auf periphere und zentrale Mechanismen als auch auf die Schmerzmodulation wirken.

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