Kniearthrose betrifft weltweit Millionen Menschen und ist besonders bei Personen mit Übergewicht oder Adipositas verbreitet. Die Belastung durch das zusätzliche Gewicht sowie entzündliche Prozesse im Körper verschlimmern die Beschwerden. Eine neue Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal JAMA, untersucht, ob das bekannte Diabetesmedikament Metformin auch gegen Arthroseschmerzen helfen kann.

In dieser randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie wurden 107 Erwachsene mit symptomatischer Kniearthrose und einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 25 kg/m² über sechs Monate beobachtet. Die Teilnehmer erhielten entweder täglich 2000 mg Metformin oder ein Placebo. Die Studie wurde vollständig per Telemedizin durchgeführt – eine innovative Anpassung an die COVID-19-Zeit.

Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Knieschmerzen, gemessen auf einer visuellen Analogskala (VAS) von 0 bis 100 mm. Nach sechs Monaten zeigte sich eine durchschnittliche Schmerzreduktion von 31,3 mm in der Metformin-Gruppe gegenüber 18,9 mm in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied von 11,4 mm war statistisch signifikant (p = 0,01) und entspricht einem moderaten Effekt.

Auch sekundäre Parameter wie Steifigkeit und Funktion verbesserten sich unter Metformin stärker als unter Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen waren milde gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen.

Die Autoren schließen, dass Metformin eine vielversprechende Option zur Behandlung von Kniearthrose bei übergewichtigen Personen sein könnte – insbesondere wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften und günstigen Wirkung auf den Stoffwechsel. Allerdings war die Stichprobengröße begrenzt, sodass größere Studien notwendig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen.

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