Unhörbar und unsichtbar: Warum Glaubwürdigkeit und Anerkennung im Schmerz nicht zu trennen sind
Wer über Schmerz spricht, ist auf das Wohlwollen der Zuhörenden angewiesen; denn der Schmerz ist demjenigen, der ihn hat, unmittelbar gewiss, während er für alle anderen, um Elaine Scarrys bekannte Formulierung aufzugreifen, sprachlich nur schwer zugänglich bleibt. Aus dieser Asymmetrie erwächst ein doppeltes Risiko: Die Schilderung kann als Wissensanspruch entwertet werden, und die leidende Person [...]